Kirchenbau
Um das Jahr 1200 wird Horn bereits als Pfarrei erwähnt. Horn besaß damals eine sogenannte Kreuzkirche, wie sie noch heute in Ostinghausen zu sehen ist. Der starke massive Turm lässt auf die Zeit um 1300 schließen, da er als fester Speicher für die Kornvorräte gebaut und als Wart- und Wehrturm des Haupthofes Horn mit Schießscharten versehen wurde. Die alte Kreuzkirche erwies sich im späteren Mittelalter als zu klein und so wurde sie notdürftig erweitert.
1821 stellten Fachleute bei einer Untersuchung des Gemäuers dieses Erweiterungsbaues eine drohende Einsturzgefahr fest. Ein gänzlicher Abbruch des Kirchenschiffes und ein Kirchenneubau waren zwingend notwendig.
Nach der Zeit der Napoleonischen Freiheitskriege wurde das Kirchengebäude wieder einmal zu klein. Zur Pfarrei gehörten damals auch die Dörfer Eickelborn und Lohe sowie das Gut Lohagen.
Die ersten Verhandlungen über einen Neubau wurden im Jahre 1804 und in vereinzelten Eingaben bis 1806, dann wieder 1818 geführt. 1818 lieferte der Landbaumeister Pistor in Hamm einen Kostenvoranschlag. Da die Kosten zu hoch erschienen, ruhte die Bau-Angelegenheit bis 1821. 1821 erteilte das Erzbischöflichen Generalvikariat die Genehmigung zur Grundsteinlegung.
Die Gesamtkosten beliefen sich auf 9735 Taler, worin das Aufsetzen des obersten Stockwerkes auf den Turm- der Glockenstube inbegriffen war. Die Gemeindemitglieder erklärten sich bereit, Hand- und Spanndienste zu leisten. Die Zahl der Gemeindemitglieder der Pfarrei betrug damals 2244, einschließlich Eickelborn, Lohe und Lohagen.
Am 30. April 1822 wurde der Grundstein gelegt. Beim Beginn der Maurerarbeiten wurde Herrn Kropp vertragsgemäß ein Drittel der für diese Arbeiten veranschlagten Summe, 290 Taler, ausgezahlt.
Dieser nahm das Geld an und vergab die Arbeit an den armen Maurer Mathias Schauwecker aus Wiedenbrück, dieser musste an Kropp 200 Taler Provision zahlen. Am Tage der Grundsteinlegung verließ Schauwecker bereits wieder Horn. Er übergab seinem Sohn Josef die Bauleitung, und behauptete dem Pfarrer gegenüber, dass „derselbe ein sehr gescheiter Mann und von der Liebe zum Branntwein und den Weibern abgerechnet, ganz ohne Tadel sei“.
Der erste Arbeitstag verlief größtenteils mit Musik und Tanz, wobei "Meister" Josef den größten Anteil hatte. Am 24. Mai 1822 verließen, weil sie fast ohne Lohnzahlung geblieben waren, nach einem Streit mit Josef Schauwecker zehn der besten Maurer die Arbeitsstätte. Nur drei Leute blieben zurück, darunter ein Tagelöhner und ein Schneider aus Westernkotten.
So kam der Bau schon im ersten Arbeitsmonat ins Stocken. Trotz Einstellung neuer Maurer war der Rohbau am vereinbarten Termin, dem 1. November 1823, nicht fertiggestellt. Erst 1826 war der Bau abgeschlossen.
Als notdürftige Gottesdienststätte diente während der Baujahre - auch im Winter - der alte Wehrturm. Er brauchte wegen seiner Festigkeit nicht abgerissen zu werden. Natürlich konnte er beim Gottesdienst nur einen Teil der Pfarrangehörigen fassen und die Mehrzahl musste unter freiem Himmel stehen.
Mit einem Kostenaufwand von 36000 M wurde 1876 nach den Plänen des Diözesanbaumeisters Güldenpfennig aus Paderborn ein neues Kirchengewölbe eingebaut. Es ist architektonisch bemerkenswert und gibt dem Gotteshaus sein besonderes Gepräge. Man kann mit Recht die Horner Pfarrkirche als eine der schönsten Landkirchen der Erzdiözese Paderborn bezeichnen.
Der Wiedenbrücker Kirchenmaler Repke hat 1928 das Fresco Christus König und die 10 großen Wandgemälde, die biblische Szenen aus den Evangelien darstellen, erstellt. Diese Werke sind heute übermalt.
Im 2. Weltkrieg wurde der alte Wehrturm von amerikanischer Artillerie beschossen und schwer beschädigt. Am 4. April 1945 wurde die Kuppel von Granattreffern dermaßen zerstört, dass Einsturzgefahr bestand. Die Schäden konnten notdürftig repariert werden.
Am Ende des 2. Jahrtausends kamen immense Kosten auf das Kirchspiel Horn zu, denn im Jahre 1997 waren die Folgen dieser Schäden so groß, dass Einsturzgefahr bestand und die gesamte Dachkonstruktion des Turmes erneuert werden musste.
Kurz zuvor, im Jahre 1995-1996 war schon die gesamte Dachkonstruktion des Kirchenschiffes samt Kupferbedachung zu erneuern gewesen.
Dazu kam schließlich 1999 die Erneuerung des gesamten Läutewerks, so wie der Kirchenuhr.
Heute läuten bis zu 6 Glocken vom Turm der St. Cyriakus-Kirche und die Uhrzeit ist nun auch von allen vier Seiten des Turms ablesbar.

