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Neubau der Kirchenorgel

Eine neue Orgel für St. Laurentius

Nachdem in den letzten beiden Jahren die Innenrenovierung der Pfarrkirche mit mehreren kleineren Maßnahmen vorläufig zum Abschluss gebracht wurde, kann nun die letzte große, damit zusammen hängende Aufgabe in Angriff genommen werden: die Lösung der Orgelfrage. Bewusst war dieses Problem zunächst einmal ausgeklammert worden, lehrt doch die Erfahrung aus vielen anderen Kirchen, dass Monate nach Abschluss einer solchen  Renovierung noch eine so starke Staubzirkulation vor allem im oberen Bereich des Kirchenraumes herrscht, dass eine „rechtzeitig“ zur Wiedereinweihung eingebaute neue oder generalüberholte Orgel nach kurzer Zeit schon wieder reif für eine kostenintensive Reinigung war. So begannen erste konkrete Beratungen darüber, was mit der Orgel geschehen soll, vor ca. 3 Jahren in verschiedenen Gremien der Pfarrgemeinde und des Generalvikariates. 

Mehrere Gutachten von Sachverständigen wurden eingeholt, erste Fahrten zu Orgelwerkstätten und vergleichbaren Orgeln durchgeführt und auch schon Pläne sowohl für eine evtl. mögliche Restauration als auch für einen Neubau entworfen. Der derzeitige Zustand der Orgel stellt sich nach all diesen Vorüberlegungen wie folgt dar: Das Instrument ist ein typisches Kind seiner Zeit. Die damals aktuelle „Orgelbewegung“ hatte richtig erkannt, dass eine Rückbesinnung auf die Prinzipien des barocken Orgelbaus nach der technischen und klanglichen Experimentierphase des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts dringend geboten war. 

Da jedoch die Erfahrungen der erst später stattgefundenen wissenschaftlichen Untersuchungen und Restaurationen bedeutender historischer Vorbilder  fehlten, wurde bei der Umsetzung teilweise von falschen Voraussetzungen ausgegangen. So glaubte man z.B., einem barocken Klangbild durch eine Bevorzugung heller Klangfarben und geringer Weitenmensuren (Umfänge von Pfeifen) besonders nahe zu kommen. Das führte zu einer übertriebenen Kopflastigkeit und fehlenden Tragfähigkeit des Klanges. Dies wiederum versuchte man oft, durch eine übergroße Anzahl an Registern (Klangfarben) und damit an Orgelpfeifen auf engstem Raum auszugleichen. In St. Laurentius ist genau das in so starkem Maße geschehen, dass große Teile des Pfeifenmaterials unzugänglich sind und nicht gewartet werden können. 

Dies verursachte - und das würde in Zukunft immer wieder passieren -  neben dauerhafter Verstimmung eine extreme, vor allem die klanglichen Qualitäten jeder einzelnen Pfeife stark herabsetzende Verschmutzung, zu der sich auch noch eine ausgeprägte Schimmelbildung gesellt hat. Zudem ist durch diverse Konstruktionsfehler die Spielbarkeit des Instrumentes stark beeinträchtigt (schwergängiger und ungleichmäßiger Anschlag, falsche Anbringung der Registerzüge) und auf der Orgelbühne so wenig Platz, dass ein Zusammenwirken von Organist und Chor oder auch kleineren Gruppen (Schola, Bläserquartett o. a.) unmöglich ist. Dieser desolate Zustand könnte durch eine Renovierung, die auch mit großem Kostenaufwand verbunden wäre, nur in Teilen und vor allem nicht nachhaltig verbessert, sondern lediglich für einige Jahre kaschiert werden. So hat sich der Kirchenvorstand jetzt zu einem Neubau entschlossen, dessen Basis sechs Register aus der Zeit um 1700 sein werden, die schon in der jetzigen Orgel Verwendung fanden. Ausgehend von dieser wertvollen, historischen Substanz soll sich das neue Instrument am westfälischen Orgelbau der Barockzeit orientieren. Es wird eine in ihrer Art sehr bedeutsame Orgel mit ca. 30 (z. Zt. 37) Registern entstehen, die den Kirchenraum mit ausgewogenem, edlen Klang füllen, den Gemeindegesang angemessen führen und begleiten und darüber hinaus die Möglichkeit zu einem anspruchsvollen Orgelliteraturspiel in Gottesdienst und Konzert bieten wird. Eine Orgel ist kein billiges Instrument. 

Schließlich werden nicht nur die über 2000 Pfeifen von Hand gefertigt bzw. restauriert, sondern auch die gesamte Technik, tragende Teile, Gehäuse u. a. zeigen die persönliche Handschrift des jeweiligen Orgelbauers. Durch erste Aktionen ist ein finanzieller Grundstock bereits gelegt, es bleibt jedoch für die Pfarrgemeinde über viele Jahre hinweg eine große Aufgabe, dieses Projekt zu meistern. Dabei soll vor allem ein in Kürze zu gründender Orgelbauverein helfen. Zur ideellen, tatkräftigen und finanziellen Mithilfe sind hier alle Gemeindemitglieder und darüber hinaus Interessierte herzlich eingeladen. Wer jetzt schon seine Unterstützung anbieten möchte, möge sich bei Pfarrer Westermann oder im Pfarrbüro melden. 

Für fachliche Fragen steht natürlich auch unser Organist, Dekanatskirchenmusiker Roland Krane (Tel. 02927/1039), gerne zur Verfügung. Mit der Hilfe von möglichst vielen müsste es gelingen, dass nach der Renovierung des Innenraumes unsere Pfarrkirche in neuem Glanze nicht nur erstrahlt, sondern bald auch erklingt!


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